Was nützt das beste Bild,
wenn die Datei nicht passt?
Datenlieferung & Dateiformate
Jede Foto- und Filmproduktion endet mit der Datenlieferung. Dort entscheidet sich, ob die aufgenommenen Bilder und Videos im späteren Einsatz funktionieren – im Druck, auf der Webseite, im Magazin, im Social-Media-Feed oder auf einer Großfläche.
Als Businessfotograf ist es Teil meiner Arbeit, jedem Kunden Daten zu liefern, die für den vorgesehenen Zweck technisch korrekt aufbereitet sind. Diese Seite zeigt, welche Dateiformate, Farbräume und Auflösungen ich für welche Verwendung einsetze – und warum.
Drei Entscheidungen bestimmen die richtige Datei
Bevor eine Aufnahme den Weg vom Studio auf einen Datenträger findet, muss klar sein, wofür sie gedacht ist. Denn die technisch beste Datei ist nicht immer die, die dem Kunden am meisten nützt. Drei Fragen bilden die Grundlage jeder Datenlieferung.
1. Verwendungszweck
Wird die Datei im Web eingesetzt, im Offset- oder Digitaldruck, in einer Anzeige, auf einer Plakatwand oder in einem Online-Shop? Jeder Verwendungszweck stellt eigene Anforderungen an Auflösung, Seitenverhältnis und Dateigröße. Eine Datei für Instagram ist technisch grundverschieden von einer Datei für einen Hochglanzmagazin-Doppelseite.
2. Farbraum
Bildschirme arbeiten im RGB-Farbraum, meist in der Variante sRGB. Druckmaschinen arbeiten in CMYK, meist nach dem Profil ISO Coated v2 der European Color Initiative. Für anspruchsvolle Nachbearbeitung nutze ich AdobeRGB, weil dieser Farbraum einen größeren Farbumfang abdeckt und somit Spielraum für Korrekturen bietet. Wer Daten im falschen Farbraum liefert, riskiert Farbverschiebungen im Druck, die erst beim fertigen Produkt sichtbar werden – dann ist eine Korrektur teuer.
3. Dateiformat
JPG eignet sich für die finale Auslieferung – auch im Druck, sofern in CMYK mit eingebettetem Profil und hoher Qualitätsstufe (10 bis 12) gespeichert. TIFF ist das richtige Format, wenn die Datei noch weiterbearbeitet, layoutet oder retuschiert werden soll. PNG-24 ist die Wahl bei Freistellern mit transparentem Hintergrund. Für die Einbindung auf der Webseite liefere ich zusätzlich WebP: sichtbar gleiche Qualität wie JPG bei deutlich kleinerer Datei, Transparenz inklusive – das verkürzt Ladezeiten und wirkt direkt auf die Sichtbarkeit bei Google. Für Bewegtbild liefere ich MP4 (H.264) als Endformat, für Tonproduktionen WAV als Master und MP3 zur Auslieferung.
Übersicht: Dateiformate, Farbräume und Auflösungen nach Verwendung
Die Übersichtsgrafik fasst die gängigsten Verwendungen zusammen, mit denen ich in meiner Arbeit als Businessfotograf und Videograf zu tun habe. Sie ist ein Arbeitsblatt für den Alltag – nicht als erschöpfende Norm gemeint, sondern als verlässliche Grundlage für die meisten Projekte. In Einzelfällen können Druckereien oder Verlage abweichende Vorgaben machen; diese gehen stets vor.
| Verwendung | Format | Farbraum | Auflösung / Größe | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Homepage / Web | JPG / WebP | sRGB | 72–150 ppi, max. 3840 px breit | 4K-Standard, WebP für kurze Ladezeiten |
| Social Media (Feed) | JPG | sRGB | 1080 × 1350 px (4:5) | Plattform-optimiert, keine Retuschedatei |
| Social Media (Story) | JPG / MP4 | sRGB | 1080 × 1920 px (9:16) | Vertikal, max. 90 Sek. Video |
| Shopsysteme | JPG / WebP / PNG-24 | sRGB | min. 2000 px längste Seite | PNG-24 bei Freisteller mit Transparenz |
| Digitaldruck (final) | JPG | CMYK (ISO Coated) | 300 ppi bei Endgröße | Qualität 10–12, Profil eingebettet |
| Offsetdruck (final) | JPG | CMYK (ISO Coated) | 300 ppi bei Endgröße | Qualität 10–12, Profil eingebettet |
| Plakat / Großfläche | JPG | CMYK | 100–150 ppi bei Endgröße | Qualität max., Profil nach Druckerei |
| Anzeige Hochglanz | JPG / PDF | CMYK (ISO Coated) | 300 ppi bei Endgröße | Magazin-Profil meist vorgegeben |
| Druck (Weiterverarb.) | TIFF / PDF | CMYK (ISO Coated) | 300 ppi bei Endgröße | Wenn Datei noch bearbeitet / layoutet wird |
| Weiterbearbeitung | TIFF | AdobeRGB | Volle Kameraauflösung | Mit Ebenen, programmübergreifend nutzbar |
| Podcast / Voice | WAV / MP3 | — | 48 kHz, 24 bit (Master) | WAV als Master, MP3 nur zur Auslieferung |
| Video (Web/Social) | MP4 (H.264) | Rec. 709 | 1080p oder 4K, 25/30 fps | Für Schnittfähigkeit: ProRes-Master |
FAUSTREGEL Für Bildschirm sRGB und JPG oder WebP. Für finale Druckdaten CMYK und JPG. Für Nachbearbeitung und Druck-Weiterverarbeitung AdobeRGB bzw. CMYK und TIFF.
Finale Druckdaten im JPG-Format – warum das funktioniert
In der klassischen Druckvorstufen-Ausbildung gilt TIFF oft als Standard. Für finale Druckdaten, die nicht mehr weiterbearbeitet werden, ist JPG in hoher Qualitätsstufe und im passenden CMYK-Profil jedoch vollkommen ausreichend – und in der Praxis die bessere Wahl. Die Dateigröße sinkt um den Faktor zehn bis zwanzig, die Übertragung an Druckereien läuft schneller und sicherer, und die Qualitätsunterschiede sind bei fachgerechter Speicherung auch im direkten Vergleich nicht sichtbar. TIFF bleibt die richtige Wahl, wenn die Datei nach der Lieferung noch ins Layout muss, retuschiert oder ergänzt werden soll.
Bildauflösung: Warum 3840 Pixel der neue Standard für Web-Daten sind
Für Webauftritte liefere ich Bilddateien standardmäßig mit einer Breite von bis zu 3840 Pixeln. Das entspricht dem aktuellen 4K-Standard und bietet dem Kunden Reserven, falls später Ausschnitte benötigt werden – etwa für einen anderen Seitenabschnitt, ein anderes Seitenverhältnis oder eine Kampagnenadaption. Kleinere Auflösungen sparen kurzfristig Speicherplatz, schränken aber die Weiterverwendbarkeit deutlich ein. Damit die volle Auflösung nicht zulasten der Ladezeit geht, liefere ich dieselben Motive zusätzlich als WebP für die Einbindung in die Webseite.
Ton und Bewegtbild
Zu einer vollständigen Businessproduktion gehören heute nicht nur Fotos. Videoinhalte liefere ich als MP4 in H.264-Kompression, in 1080p oder 4K, mit 25 oder 30 Bildern pro Sekunde. Wenn die Videodatei noch geschnitten wird, stelle ich zusätzlich einen ProRes-Master bereit, der höhere Bearbeitungsreserven bietet. Audioaufnahmen für Podcast, Voice-over oder Interview werden in 48 kHz und 24 Bit gemastert; als Auslieferungsformat nutze ich MP3, den Master halte ich in WAV vor.
Faustregeln für die Datenlieferung
Eine gut vorbereitete Datenlieferung spart Zeit und Geld auf beiden Seiten. Druckereien müssen nicht neu berechnen, Social-Media-Teams müssen nicht nachschärfen, Retuschen entfallen, weil die Daten im richtigen Farbraum ankommen. Drei Faustregeln fassen das zusammen, was in meiner Praxis funktioniert:
- Für Bildschirmmedien: sRGB und JPG – auf der Webseite zusätzlich WebP.
- Für finale Druckdaten: CMYK (ISO Coated v2) und JPG in hoher Qualität.
- Für Nachbearbeitung und Druckweiterverarbeitung: AdobeRGB beziehungsweise CMYK und TIFF.
Wofür genau werden die Daten gebraucht?
Jede Foto- und Filmproduktion endet mit der Datenlieferung. Dort entscheidet sich, ob die aufgenommenen Bilder und Videos im späteren Einsatz funktionieren – im Druck, auf der Webseite, im Magazin, im Social-Media-Feed oder auf einer Großfläche.
Als Businessfotograf ist es Teil meiner Arbeit, jedem Kunden Daten zu liefern, die für den vorgesehenen Zweck technisch korrekt aufbereitet sind. Diese Seite ist Teil meiner Preis-Pakete und zeigt, welche Dateiformate, Farbräume und Auflösungen ich für welche Verwendung einsetze – und warum.
